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„Märkische Oderzeitung“
am 10. Februar 2004
„Braunkohle an der Oder“
Rezensiert von Jörg Kotterba
 
Fast auf den Tag genau vor drei Jahren, Ende Januar 2001, sackte im Klingetal ein riesiger Baum in ein tiefes Loch. Die einstige Braunkohlenzeche "Vaterland" brachte sich in böse Erinnerung. Monate später schlug eine Familie aus dem Gronenfelder Weg Alarm. Ihr Haus bekam Risse. Befindet sich unter ihrem Grundstück ein gemauerter Stollen? "Braunkohle an der Oder" - das Buch von Dr. Klaus-Dieter Zimmermann - erzählt die Geschichte des Braunkohlenbergbaus in und um Frankfurt im 19. Jahrhundert. Der Autor: "Ereignisse wie die plötzlich auftretenden Tagesbrüche im Klingetal haben das Interesse am Bergbau zwangsläufig wieder belebt."

Frankfurt und der Bergbau - in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immerhin Broterwerb für annähernd 200 Kumpel. Nordwestlich der Stadt - in den so genannten Schachtfeldern "Körner" (unter der Klingetaler Heimkehrsiedlung), "Armin" (nahe des Kleinen Kliestower Sees) und "Muth" (unter Kliestow), die allesamt unter dem Namen "Vereinszeche Vaterland" firmierten - wurden mehr als 76000 Tonnen Braunkohle in Tiefen zwischen 20 und 40 Metern gefördert. Die Kohleflöze befanden sich unter der Klingetaler Heimkehrsiedlung. "Der 33 Meter tiefe Förderschacht südlich der Einmündung des Eichenweges in den Gronenfelder Weg wurde 1864 geteuft", schrieb Hobby-Historiker Ralf-Günter Wedde in den "Gronenfelder Blättern Nr. 2", herausgegeben von Mitgliedern des Fördervereins Heilandskapelle. Nach Weddes Recherchen begann der Kohleabbau unter der Heimkehrsiedlung anno 1866: "Der Abbau erfolgte unterhalb der Siedlung auf einem etwa 200 Meter breiten Streifen - östlich des Akazienweges beginnend zwischen diesem, dem Eichenweg und dem Gronenfelder Weg bis hin zur Einmündung des Platanenweges - hinein in das Klingetal." Vor 107 Jahren, am 4. Januar 1897, brach im so genannten Wasserförderstollen des Schachtes "Armin" ein Brand aus. Die Frankfurter Feuerwehr, aber auch "die Spritzen der umliegenden Ortschaften", eilten zur Brandstelle, hieß es damals in der Zeitung. Der Brand wütete unter Tage derart, dass nach dem Versagen des Pumpwerks ein Teil des Stollens einstürzte. Erst nach sieben Stunden war das Feuer gelöscht.

Nun also Klaus-Dieter Zimmermanns Erinnerungen an eine fast schon vergessene Bergbaugeschichte. Auf 172 Seiten, mit zahlreichen Originalbildern, Grafiken und Statistiken komplettiert, durchstreift der studierte Mineraloge und Petrograph (Gesteinskundler) die Geschichte des märkischen Braunkohlenbergbaus in der Region Frankfurt und Brieskow-Finkenheerd. "Einige Straßennamen erinnern noch an jene Zeit. Dazu sind der Katja- und Helenesee sowie die Margarethensiedlung in Brieskow-Finkenheerd allgemein bekannt, ihre bergbauliche Vergangenheit aber nur noch wenigen geläufig", so Zimmermann, bis zu Beginn seines Ruhestands im August 2001 in Frankfurt Amtsleiter für Umwelt und Naturschutz. "Dort war ich auch für die Probleme der Altbergbaugefährdung verantwortlich." Als Leiter des Arbeitskreises Brieskow-Finkenheerd / Frankfurt im Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg ist der Fachmann noch heute aktiv. Auch Klaus-Dieter Zimmermann weiß: Die Erinnerung an den einst blühenden Braunkohlenbergbau im Norden, Nordwesten und und Westen des Frankfurter Stadtgebietes ist fast erloschen. "Deshalb dieses Buch", betont er. Kein Mensch würde Zeugnisse dieses einst bedeutenden Wirtschaftszweigs in der Region zeigen. "Die Grubenstraße im ehemaligen Industriegebiet Südfichten, das ehemalige Zechenhaus der Grube ,Muth' im Ortsteil Kliestow, Mauerreste, einige verwachsene ehemalige Stolleneingänge und inzwischen bewaldete Halden zwischen Booßen, Kliestow und dem Spitzkrug sowie im westlichen Bereich des Stadtwalds Rosengarten sind nur noch wenigen bekannt", wirbt der Autor für sein Buch, das im viademica.verlag berlin erschienen ist.

Von den ehemaligen oberirdischen Betriebsgebäuden des Bergbaus sind trotz vielfacher Nachforschungen mit Ausnahme einer Federzeichnung des Frankfurter Malers Rudolf Grunemann vom Eingang der Grube "Vaterland" keine Bildzeugnisse mehr vorhanden. Wahrscheinlich handelt es sich bei dieser Zeichnung aber um den Schachteingang der ehemaligen Grube "Otto II" an der Straße zwischen Rosengarten und Booßen", so Zimmermann. Ausgangspunkt des Frankfurter Braunkohlenbergbaus war die Entdeckung eines in einem Wasserriss am Weg zwischen Frankfurt und Booßen zutage getretenen Braunkohleflözes durch den Zuckersiedermeister Heiser im Jahre 1804. Anno 1821 wurde dann nordwestlich von Frankfurt abermals anstehende Braunkohle gefunden. Aber erst 1839 begann ein Kollegium unter Leitung des Kammergerichtsassessors Conrad von Rappard in der ostbrandenburgischen Region - und damit auch in Frankfurt - systematisch nach Kohle zu suchen.

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